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Harri Stojka: Magie der Sologitarre

27.12.2007 | 15:20 |  Samir H. Köck (Die Presse - Schaufenster)

Frank Zappa wollte ihn in seiner Band haben, aber Harri Stojka hatte irgendwie Angst: Der Meistergitarrist feierte heuer seinen 50er und plaudert über Rauchentwicklung beim Gitarrelernen und das Erfolgsprinzip Haschisch.

Harri Stojka, Meistergitarrist zwischen Jazz und Gipsysoul, wurde heuer 50 Jahre jung. Aus diesem Anlass gibt er am 30.12. im Wiener Odeon ein Galakonzert. Mit dem Schaufenster sprach er über seine Karriere und Kollegen wie Ratzer und Zawinul. Wie sind Sie zur Musik gekommen? Mein Vater hat mir eine Plastikgitarre geschenkt und gesagt, ich soll üben, bis mir die Finger rauchen. Das tat ich, bloß wollte sich keine Rauchentwicklung einstellen. Irgendwann ging ich weinend zu ihm und beklagte mich, weil nichts aufstieg. Da war ich sieben Jahre alt. Auch ohne Rauch übte ich weiter. Mit 13 Jahren gab ich mein ers-tes öffentliches Konzert. Das war im Volksgarten. Danach ging es Schlag auf Schlag. Ich konnte immer davon leben, musste nie Lehr- oder Orchesterjobs annehmen.

Was waren Ihre musikalischen Einflüsse? Jimi Hendrix, die Beatles, da vor allem George Harrison, später das Mahavishnu Orchestra, Return to Forever. In den Neunzigerjahren hab ich dann den guten alten Bebop für mich entdeckt. Django Reinhardt und Charlie Parker. George Harrison war für mich der erste Sologitarrist, den ich mitbekam. Allein das Wort „Sologitarrist“ war die reinste Magie für mich.

Ich nehme an, Sie hatten keine formale Ausbildung ... Der Kassettenrecorder war meine Universität. Darauf hab ich die Soli von meinen Vorbildern aufgenommen und nachgespielt. Aus all diesen Schnipseln von Pat Martino, George Benson, von Tal Farlow und Joe Pass hat sich dann mein Stil entwickelt. Ich kenne keine bessere Art, Gitarre zu lernen. Schulen habe ich immer gemieden. Sagen hab ich mir nur etwas von meinem Cousin Karl Ratzer lassen. Bei uns Roma war der Karl schon in den 60ern eine Legende. Er war der Erste von uns, der ins Fernsehen kam. Da haben wir große Augen gemacht.

Karl Ratzer probierte es in Amerika, Sie gingen nie weg. Hat er Ihnen Negatives erzählt? Überhaupt nicht. Ab dem Moment, wo der Karli nach Amerika gegangen ist, haben wir keine Beziehung mehr gehabt. Es weiß auch kein Mensch, warum er wieder zurückgekommen ist. Was schade ist, denn er war ja total in der Szene integriert und jetzt spielt er in Wien in Balkanlokalen. Dabei hat er schon mit Chet Baker und Jean Luc Ponty gespielt. Er hätte ein Weltstar werden können.

Angeblich hätte Sie Frank Zappa in seiner Band haben wollen. Was ist da dran? Der Zappa war ein guter Freund meiner Familie. Er ist auf die Roma gestanden. Ich hätte tatsächlich 1977 eine Audition für ihn spielen sollen. Das hat der Tommy Nordegg, der als Gitarrentechniker für Zappa arbeitete, in die Wege geleitet. Ich bin aber dann doch nicht nach Amerika geflogen. Das Visum hatte ich schon im Pass, aber der Papa sagte: „Nix, du fahrst net zu den Cowboys und Indianern.“ Mir war‘s recht, ich hab eh Angst g‘habt.

Wie ging es Ihnen mit Ihrem ersten Soloalbum„Off The Bone“, das 1980 herauskam? Im Radio haben sie es so gut wie nie gespielt. Es hat dennoch 10.000 Stück verkauft. Der Grund war das Stück „Bau No Wos Au“. Damals habe ich kiloweise Haschisch geraucht und aus Jux haben der Fredl Haberl und ich diesen Song geschrieben. Als wir dann bei den Aufnahmen waren, haben wir es aus Spaß während der Session gespielt. Produzent Thomas Rabitsch wurde ernst: „Harri, wenn du dieses Lied nicht auf die Platte gibst, dann pack ich sofort meine Sachen und fahr heim“. Ich sag zu ihm: „Geh Thomas, ich will ein seriöses Debüt einspielen.“ Sagt er: „Kannst du, aber nur mit diesem Lied“.

Ihr aktuelles, sehr erfolgreiches Projekt nennt sich „Gipsysoul“. Worum geht es Ihnen da? Das Album kam anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung der Konzentrationslager heraus. Meine gesamte Familie war ja in Auschwitz-Birkenau und „Garude Apsa“ ist unser Statement dazu. Es geht ja nicht darum, immer nur High Life zu machen, sondern auch Werte und Hintergründe mit unserer Musik zu transportieren. Minderheiten jedweder Art dürfen nie mehr wieder an den Rand gedrängt werden. Das musste ich einfach auch musikalisch sagen.

Haben Sie je Joe Zawinuls „Mauthausen“ gehört? Habe ich, ja. Zawinul hat sich ja bei meinem Onkel schlau gemacht. Das war ein bisschen komisch. Er ging zu ihm und fragte: „Karli, kaunst du mir sogn, wie die Leit g‘schrian hobn im Lager?“ Ich bin der größte Fan vom Joe, kein Österreicher wird jemals mehr so Wichtiges für den Jazz erreichen, wie er es tat. Nur so eine Frage zu stellen, versteh ich net. Wenn ich wissen will, wie die Leut‘ dort geschrieen haben, dann hau ich mir mit dem Hammer auf die Finger. Dann weiß ich es.

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